Spiel- und Verhaltenssüchte bei Kindern und Jugendlichen

Franz Eidenbenz, lic. phil.
Leiter des Zentrums für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte in Zürich

Substanzunabhängige Süchte bei Kinder und Jugendlichen sind insbesondere in Zusammenhang mit den mobile Smartphones als ernstzunehmende Suchtproblematik mit steigendem Interventionsbedarf in der Praxis anzutreffen. Im Gegensatz zum pathologischen Medienkonsum spielen bei dieser Zielgruppe die Verhaltenssüchte exzessives Kaufen und das Glücksspiel nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Die medialen Angebote im Bereich Gaming und Social Medias sind nach wie vor sehr dynamisch und zeigen ein erhebliches Suchtpotential sodass im aktuellen Diagnoseschlüssel ICD 11 Gaming Disorder unter den Verhaltenssüchten neue als Kategorie aufgeführt wird. Mit der zunehmenden Verbreitung von Computergames in allen Altersgruppierungen und grossen E-Sport Turnieren erhöht sich deren gesellschaftliche Akzeptanz. Das Suchtpotential vor allem für vulnerable Jugendliche ist jedoch erheblich und zunehmend, dies auch da zunehmend glücksspielähnliche Mechanismen mittels Mikrotransaktionen in Spiele integriert werden. Betroffene investieren dadurch nicht nur sehr viel Zeit sondern zunehmend auch Geld für zusätzliche in Game-Möglichkeiten. Aktuelle Forschungsresultate belegen, dass der Mediensucht vergleichbare Suchtmechanismen wie bei stoffgebundenen Süchten zugrunde liegen. Die Problematik belastet bei Jugendlichen meist die ganze Familie. Gleichzeitig sind Familien auch wichtige Ressourcen bei der Behandlung von wenig motivierten Jugendlichen. Entsprechend bilden Diagnostik und Interventionen bei diesen Zielgruppen Schwerpunkte im Workshop. Konkrete Interventionsmöglichkeiten werden vorgestellt und können eingeübt werden. Zudem können auch Fallfragen von Teilnehmenden eingebracht werden.