Selbstverletzendes Verhalten im Kinder- und Jugendalter
Prof. Dr. Ines Mürner-Lavanchy
Universität Basel, Fakultät für Psychologie
Selbstverletzendes Verhalten ist im Jugendalter weit verbreitet: rund jede*r fünfte Jugendliche verletzt sich einmal im Leben selbst. In klinischen Stichproben liegt der Anteil deutlich höher. Der Umgang mit selbstverletzendem Verhalten stellt Kinder- und Jugendpsycholog*innen im Berufsalltag vor fachliche wie auch persönliche Herausforderungen.
In diesem Kurs wird das Phänomen der Selbstverletzung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse befassen wir uns mit der Diagnostik, den Möglichkeiten der Klassifikation sowie dem Bezug zu psychischen Störungen. Es werden unterschiedliche ätiologische Modelle und Annahmen zum Verlauf des Verhaltens bis ins junge Erwachsenenalter erläutert. Zudem beschäftigen wir uns mit Zusammenhängen zu Suizidalität und Persönlichkeitsstörungen im Jugendalter sowie mit der Rolle sozialer Medien. Schliesslich werden präventive und therapeutische Ansätze sowie der professionelle Umgang mit Betroffenen und deren Angehörigen thematisiert.
Learning Outcomes:
Teilnehmende
- kennen das klinische Bild selbstverletzenden Verhaltens und können zentrale psychologische Funktionen beschreiben,
- verstehen zentrale Modelle zur Entstehung und Aufrechterhaltung des Verhaltens,
- sind mit aktuellen Befunden zum Zusammenhang zwischen nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität vertraut,
- können Jugendliche und Eltern psychoedukativ beraten und an geeignete Fachstellen weitervermitteln.