Marcus Grindat
Eidg. anerkannter Psychotherapeut und Pädagoge, Leitung Hometreatment Freiburg und Hrsg. von “Jetzt reicht's endgültig” (SZH)
Prozesse in der Gruppe sind in der Klasse/Schule bestimmend: Für einige Kinder ist es schwierig, sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Sie sind besonders gefährdet in eine exponierte Rolle zu geraten, sei es als Opfer oder als Täter. Konflikte gehören zum schulischen Alltag. Die Beurteilung der Konfliktdynamik und des Schweregrades eines Konfliktes ist oftmals anspruchsvoll. Lehrkräfte, Eltern und Schulleitungen haben insbesondere beim Phänomen Mobbing sehr unterschiedliche Sichtweisen, jedoch Kooperation schafft ganzheitliche Lösungen. Aufgabe der angefragten psychologischen Fachperson ist es, die Situation zu erfassen und einen Bearbeitungsplan zu erstellen. Je nach Anfrage betrifft das entweder die Arbeit mit dem Opfer oder aber die Beratung der Schule und Durchführung einer Intervention oder einer Elternrunde. Für die Intervention in Konflikt- und Mobbingsituationen setzt ein gut strukturiertes, zielorientiertes Vorgehen voraus. Die Interventionen werden detailliert von der Auftragsklärung bis zur Durchführung dargestellt.
Daneben wird in die Möglichkeiten der Klassenführung eingeführt, um die Sozialdynamik einer Klasse positiv zu beeinflussen. Ich stelle hier ein evidenzbasiertes Programm der ressourcenorientierten Klassenbeobachtung vor, das ein Empowerment der Lehrperson mit Unterrichts-Co-Coaching ebenso befasst wie eine lösungsorientierte Klassenintervention. Eine gute rhythmisierte und strukturierte Lektion beeinflusst selbst in Abwesenheit der Lehrperson das Klassenklima signifikant. Dabei wird besonders darauf geachtet, wie Arbeitsverhalten bewirkt wird und wie Störungen sistematisch gestoppt werden. Es zeigt sich dass systemische Interventionen auf der Ebene Klasse oder sogar Schule wesentlich wirksamer sind als Einzelinterventionen. Dazu wird ein Modell der Interventionsebenen vorgestellt.
Es besteht die Möglichkeit, eigene Situationen einzubringen.