Leitbild

Die postgraduale Weiterbildung in Kinder- und Jugendpsychologie der Universität Basel richtet sich an angehende Kinder- und Jugendpsycholog/innen. Der Fokus liegt auf Entwicklungsprozessen und auf der Förderung positiver Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in ihren Systemen. Das theoretisch fundierte Wissen wird an den Kurstagen anhand von praxisbezogenen Übungen und Anwendungen von Fallbeispielen vertieft.

Das Curriculum der Weiterbildung umfasst Module zu Wissen und Können mit folgenden Schwerpunkten:

  • Entwicklung, Entwicklungssprozesse und Entwicklungsstörungen
  • Leistungs- und Entwicklungsdiagnostik
  • Familien-, Erziehungs- und schulpsychologische Beratung
  • Ethische, rechtliche, institutionelle und interdisziplinäre Aspekte des Arbeitsfeldes

Der entwicklungspsychologische Grundgedanke der Weiterbildungen versteht den Menschen als bio-psycho-soziales Wesen, das in Wechselwirkung mit seinem Kontext steht. Das Verhalten und Erleben von Kindern und Jugendlichen wird aus systemischer Perspektive analysiert und interpretiert. Ziel der Weiterbildung ist es, Studierende zu befähigen, auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Kinder, Jugendliche und Personen ihres Umfelds sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting bedarfsorientiert zu beraten und ihr Entwicklungspotential zu fördern. Folgende Fähigkeiten werden hierzu erlernt:

  • Einschätzung des Leistungs- und Entwicklungsstands von Kindern und Jugendlichen und Personen des Bezugsystems
  • Kompetente und zielgruppenspezifische Dokumentation und Kommunikation von Abklärungsergebnissen
  • Erstellen von Individuum- und systemspezifischen Entwicklungszielen
  • Planung und Umsetzung von Interventionsmöglichkeiten

Studierende lernen standardisierte und flexibel anzuwendende Werkzeuge zur individuellen und systembezogenen Abklärung und Beratung kennen. Sie erwerben Fähigkeiten, die Ressourcen zur Entwicklungsförderung im System zu erkennen und zu fördern, bestehende Fähigkeiten zu verstärken und neue Fertigkeiten aufzubauen.

Weiter erarbeiten die Studierenden Kompetenzen zur Erfüllung von Aufgaben im Bereich der Schulentwicklung, Triagierung, der interdisziplinären Kooperation und lernen wichtige Schweizer Institutionen und ihre regionalen Unterschiede kennen.


Der nachfolgende Text wurde in der Zeitschrift der Schweizerischen Vereinigung für Kinder- und Jugendpschologie „Psychologie und Erziehung“ 2018 veröffentlicht. Alexander Grob, Vorsitzender der Studiengangkommission Weiterbildungen in Kinder- und Jugendpsychologie, vertritt den Standpunkt, dass es zentral für das Arbeitsfeld von Kinder- und Jugendpsycholog*innen ist, das Kind in seiner Ganzheit zu verstehen und das Bezugssystem für eine positive Entwicklung miteinzubeziehen. Als Grundlage dient das umfangreiche Wissen in relevanten Entwicklungsdomänen zu kognitiven Prozessen, exekutiven Funktionen, Psychomotorik, Sozial-emotionalen Kompetenzen, schulischem Wissensaufbau, Motivation, Persönlichkeit etc. Aufgabe und Herausforderung der Kinder- und Jugendpsycholog*innen ist es, das Verhalten und Erleben des Individuums auf dem Hintergrund seiner aktuellen Kompetenzen zu verstehen und unter Einbezug aller Komponenten systembasiert Interventionen zu planen und umzusetzen.

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